Gymnasium Arnoldinum  
 
Startseite   /   Impressum   /   Kontakt   /   Sitemap   /   Links   /   Disclaimer   /  
 







 
 

Schuljubiläen

Schuljubiläen bieten die Möglichkeit zur Präsentation des gegenwärtigen Selbstbewusstseins und zur Selbstvergewisserung im Akt der Rückbindung an die Geschichte. Die Schuljubiläen des Gymnasiums Arnoldinum seit der Wiederbegründung sind ein beredtes Zeugnis für das starke Nachwirken der Gründungsgeschichte, aber auch die Abhängigkeit von den jeweils herrschenden politischen Verhältnissen und den Zeitströmungen.
1878 feierte man bereits das 25-jährige Jubiläum der Neugründung. Es erschien aber eine Untersuchung über die Geschichte der alten Hohen Schule von Lehrer Georg Heuermann.
Eine ähnliche Erinnerung an Personen und Geschehnisse der ferneren Schulvergangenheit wiederholt sich beim Jubiläum 1888 zur Feier des 300-jährigen Bestehens der Schule.
1903 besteht das neue Gymnasium 50 Jahre. Die ehemaligen Arnoldiner bringen das Geld für ein eindrucksvolles Graf-Arnold-Denkmal auf und errichten es gegenüber dem Schlosseingang.
Die große Herrenrunde aus früheren Schülern, den Lehrern mit nur drei Gattinnen in Begleitung speist traditionsgemäß im Ballsaal des Bagno. Nach dem Essen nimmt man im Gehrock, in gestärkter weißer Hemdbrust mit Fliege und mit obligatorischer Zigarre vor der Längsfront des Bagnosaales Aufstellung zum großen Gruppenfoto. Als scheinbar lockere, aber dennoch nach Rang und Stand gegliederte Formation - in der Mitte der Direktor, an den Seiten sieht man sogar zwei Kellner und eine kleine Gruppe junger weiß gekleideter Blumenmädchen mit breitkrempigen Sommerhüten aufgereiht - stellt sich die Festgesellschaft des Arnolditages 1903 dem 20. Jahrhundert, in der Staffage des 19. Jahrhunderts, vor der Kulisse des 18. Jahrhunderts zur Ehrung des Schulgründers an der Wende zum 17. Jahrhundert.
Risse im Selbstbewusstsein werden erstmals sichtbar nach der Katastrophe des Kriegsendes im Umbruch zur Weimarer Republik. Karl Döhmann, der Repräsentant der alten Lehrerschaft schlechthin, der sich als Student für Mommsen und Treitschke begeistert und später der Nationalliberalen Partei angeschlossen hatte, fand sich nach 1919 „schwer in den neuen politischen Verhältnissen“ zurecht. 1924 machte er den vergeblichen Versuch, mit der Berufung auf die, wie er meinte, noch immer gültige rein evangelische Schulstiftung des Grafen Arnold die Verbeamtung des ersten katholischen Studienrats als „eine flagrante Rechtsverletzung“ darzustellen und dementsprechend zu verhindern.
In der Festschrift zur „75jährigen Jubelfeier der Anstalt“ 1928 versucht Schulleiter Dr. Hoppe mit deutlicher Skepsis der „Kulturkrisis“ der Zeit die Hoffnung abzugewinnen, dass aus der Jugend, die „eine stärkere Selbständigkeit“, „Erziehung zu Freiheit und Verantwortungsbewußtsein“, ein neues „Selbstbewußtsein der Jugend“, „ein stärkeres Streben nach dem Recht, ihr Leben in eigener Art aufzubauen“ eingefordert und sogar „jeder autoritativen Erziehung“ „den Krieg“ erklärt hatte, „ein wahrhaft vaterländisch empfindendes neues Geschlecht“ in Deutschland „herangezogen wird“.
1928 wird nach mehreren Anläufen auch die „Vereinigung ehemaliger Arnoldiner“ gegründet und von nun an das Mitteilungsblatt der „Stemmerter Blätter der Vereinigung ehemaliger Arnoldiner“ herausgegeben, das bis heute alljährlich erscheint. In den ersten Jahrgängen setzt sofort eine rege Erinnerungsarbeit ein, als wolle und könne man dem am Horizont bereits auftauchenden „neuen Geschlecht“ der „Tat- und Willensmenschen“ „deutschen Volkstumsbewußtseins“ (Dr. Hoppe 1928) mit Schulzeiterinnerungen aus der Vorkriegszeit oder noch aus dem vergangenen Jahrhundert und mit dem Wiederabdruck der Schulgeschichte von Heuermann von 1878 begegnen.
Zur „80jährigen Jubelfeier“ 1933 jedenfalls
„rückwärts schweifen die Gedanken
Um so manches Jahr zurück;
............
Schlägt das Herz erinnerungsselig!
Traumhaft gold’ne Jugendzeit.“

Dass der Rückblick von 1933 auf 1914 bis 1918 -
„Jahre kamen, Jahre gingen,
Kriegssturm brauste durch das Land,
Fand im harten deutschen Ringen
Steinfurts Schüler auch zur Hand.
Haben deutsch und treu gestritten
In der Heimat und im Feld.
Mancher auch aus unsrer Mitten
Starb als tapfrer Kriegesheld.“ -
in wenigen Jahren wieder als Zukunft drohen sollte, damit hat wohl kaum jemand gerechnet.
Das 350-jährige Jubiläum des Arnoldinums 1938 verknüpft mühelos die alten Rituale der Jubiläen und des Arnolditages mit den Vorgaben der herrschenden Ideologie. Der Marsch der Schüler durch die Stadt unter den Klängen der Schülerkapelle, die Ehrung Arnolds IV., diesmal an seinem Denkmal, und die Reverenz vor der fürstlichen Familie finden wie gewohnt, allerdings unter den Emblemen des Dritten Reichs, statt. Am Portal des Gebäudes der Hohen Schule wird eine Gedenktafel enthüllt. Das „Gymnasium“ ist auf ihr auf staatliche Anordnung hin verschwunden und zur „Graf Arnoldschule“ geworden.
Bemerkenswert ist die Festrede über „100 Jahre politischer und sozialer Dichtung in Deutschland“, in der der Redner die expressionistische, jetzt als entartet geltende Literatur heftig attackiert, indem er gegen „die ausgesprochen sozialdemokratische Parteidichtung meist jüdischen Ursprungs“, gegen „deutschsprachige Verräter“ und das „Gesindel von Meuterern und Deserteuren“ Stellung bezieht. Er nennt namentlich eine Reihe expressionistischer Lyriker, die „vor allem in Zürich, Spionagezentrale und Hauptquartier der deutschen Kriegsgegner“ sich versammelt hatte, um „geradezu eine Mobilmachung gegen den Krieg zu inszenieren“.
Der Festredner, der in diesem Ton „diese Aestheten und Bohemiens“ „auf der Seeterrasse“ in Zürich angreift, hätte sich wahrscheinlich gewundert, hätte er gewusst, dass unter diesen Angegriffenen auch der ehemalige Arnoldiner Richard Hülsenbeck, Abiturient des Jahres 1911, war, der im Frühjahr 1916 mit Hugo Ball gerade den Dadaismus erfand und ihn als Antikunstrichtung zum Expressionismus etablierte. Als Ehemaliger war Hülsenbeck 1938 zum Jubiläumsfest nicht erschienen und konnte deshalb auch nicht die auch ihn anklagende Rede hören, da er bereits 1936 nach Amerika emigriert war.
1953 steht wieder ein Jubiläum an. Man feiert die hundertste Wiederkehr der Schulgründung von 1853. Rudolf Rübel veröffentlicht sein Buch „Das Gymnasium Arnoldinum im Wandel der Zeiten“. Für die Darstellung der alten Hohen Schule liefert das Werk von Heuermann von 1878 die Grundlage, aber auch die neuere Schulgeschichte bis zum Jahr 1948 wird abgehandelt. Das vorletzte Kapitel berichtet über „die Schule in der Hitlerzeit“. Rübel bewältigt dieses heikle Kapitel, indem er die Namen der damals handelnden Einzelpersonen nicht nennt und eher die allgemeinen Belastungen für den Unterricht und das Schulleben abhandelt. Den Anteil der Schule an Aktionen gegen jüdische Bürger und auch Schüler während der NS-Zeit stellen eine wesentlich spätere Debatte über die damaligen Vorfälle in den Stemmerter Blättern, eine detaillierte Untersuchung eines Leistungskurses Geschichte und zwei erst im letzten Jahrzehnt erschienene Auftragsarbeiten des Kreises Steinfurt und der Stadt Steinfurt über das jüdische Leben in der Region bis zu seiner Vernichtung dar.
Im Jahr 1988 standen die Feiern zur 400-jährigen Wiederkehr der Schulgründung an. Unter Beteiligung der gesamten Lehrerschaft,aller SchülerInnen und Eltern, der zahlreich angereisten ehemaligen Arnoldiner und selbst von Delegationen der Universitäten aus den Niederlanden und der Schweiz, zu denen die einstige Hohe Schule Kontakt hatte, wurde mit den unterschiedlichsten Aktivitäten die Festwoche begangen. Der Festvortrag im Festakt ordnete die Gründung der Hohen Schule in die Bildungslandschaft des ausgehenden Reformationszeitalters ein. Schülergruppen unternahmen Exkursionen zu Orten, die für die Schulgeschichte von Bedeutung waren, Konzerte fanden statt, das „Leben des Galilei“ von Brecht wurde vom Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 unter Mitwirkung eines namhaften Berufsschauspielers aufgeführt, Klassen und Schülergruppen führten größere und kleinere Veranstaltungen durch, die Ehemaligen tauschten in ihren Jahrgängen Erinnerungen aus. Zu betonen ist, dass im Festakt die überragende Bedeutung des Gymnasiums Arnoldinum für die Region in der Vergangenheit und auch für die Zukunft festgestellt wurde. Zur Vorbereitung auf dieses Jubiläum konnte weit im Vorfeld mit den beiden hiesigen Zeitungen eine umfangreiche Berichterstattung auf Sonderseiten vereinbart werden. Zum Jubiläum erschienen neben der vom Kreisheimatbund herausgegebenen Festschrift vier weitere Schriften zur älteren und auch neueren Schul- und Bibliotheksgeschichte. Der Jubiläumswoche folgte ein Symposium mit Wissenschaftshistorikern der Universität Münster, aus den Niederlanden und aus Italien im Rittersaal des Steinfurter Schlosses, das sich zum Ziel gesetzt hatte, die mannigfachen Tendenzen und Verflechtungen im Wissenschaftsbetrieb der alten Hohen Schule aufzuarbeiten.
Im Jahre 2003 feierte unsere Schule immerhin bereits das 150-jährige Jubiläum zur Wiederbegründung des Arnoldinums unter dem Motto „150 Jahre Schule in Bewegung“. In zahlreichen Vorträgen, Beiträgen und Projekten wurde den vergangenen 150 Jahren und den vierhundertjährigen Wurzeln unserer Schule, aber vor allem auch ihrer Zukunft gedacht. Es gab mehrere Festakte, die sich im nach hinein zu einem großen Ganzen formten. Eingeleitet wurde die Jubiläumswoche mit einem Symposium, an dem namhafte Gäste teilnahmen und sich mit vielfältigen Beiträgen einbrachten, u. a. die ehemalige Schul- und Bildungsministerin Nordrhein-Westfalens Gabriele Behler.
In den folgenden Projekttagen engagierten sich Eltern, Schülerinnen und Schüler und das gesamte Kollegium auf vielfältige Weise und bewiesen in zahlreichen Projekten ihr Können, ihr Engagement weit über den normalen Stundenkanon hinaus, ihre Selbstständigkeit und nicht zuletzt ihre Kreativität. So wurde, um nur ein Beispiel zu nennen, in alter Tradition Theater gespielt, „Der Besuch der alten Dame“ von F. Dürrenmatt war auf der Bühne zu sehen; ansonsten wurde im gesamten Haus gestaltet, geformt, gemalt, geschrieben, interviewt und recherchiert. Mit viel Tatkraft wurden bestehende Anlagen verbessert oder erweitert (entsprechend dem Jubiläumsmotto bauten Schülergruppen eine Kletterwand am Schulhof, und richteten ein Beach-Volleyballfeld auf den Sportanlagen ein). Eine Dokumentationsgruppe bestehend aus Schülerinnen und Schülern nebst betreuenden Lehrkräften hatte die Aufgabe diese zahlreichen Aktivitäten in Bild und Schrift festzuhalten. Das Ergebnis lässt sich in einer aufwändig gestalteten Jubiläumsschrift nachlesen oder auch nur einfach anschauen.
Den Abschluss der Woche bildete eine Veranstaltung in der hiesigen Sparkasse, die ihre Räume für die Ausstellung der Projektwochen-Exponate zur Verfügung stellte.
Im Rahmen dieser Veranstaltung kam es u. a. zur Übergabe einer CD-Rom, die den Bibliotheksbestand zusammen mit weiteren Informationen zur Bibliothek, zu ausgewählten Schriften und zum kulturellen Umfeld der Hohen Schule dokumentiert. Dieses Projekt stellt eine gelungene Zusammenarbeit der Fachhochschule Münster, Fachbereich Design, der bereits erwähnten Arbeitsstelle der ULB Münster und des damaligen Verwalters der Bibliothek des Gymnasiums dar. Das genannte Vorhaben bot im Übrigen sozusagen nebenbei auch das Material für eine Diplomarbeit über die Steinfurter Bibliothek.
(Auszug aus dem Schulprogramm)

 
 

Projekte am
Gymnasium Arnoldinum:

Europaschule NRW  
  Logo Europaschule
Zertifikat Europaschule
weitere Infos unter:
Europaschulen NRW
 

SINUS NRW  
  Netzwerk SINUS NRW
Lernprozesse in Mathematik und den Naturwissenschaften
weitere Infos unter:
Netzwerk SINUS NRW
 

Lernpotenziale  
  Lernpotentiale
Lernpotenziale
weitere Infos unter:
Lernpotenziale
 

35. Bundeswettbewerb Informatik  
   

 
 
   powered by dev4u® - CMS