Gymnasium Arnoldinum  
 
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Aus den „Voracten und Verhandlungen“ der „Reifeprüfungen Ostern 1911“

Zu Richard Huelsenbeck:


H. ist ein Schüler von guter Gesinnung, zeigte aber bisweilen ein verdrossenes Wesen. Seine Begabung und sein Fleiß sind befriedigend. Die Unsicherheit in der lateinischen Grammatik wird durch bessere Leistungen im Deutschen ausgeglichen. Gleichwohl wird er als "nicht zweifellos reif" bezeichnet.

Betr. gut
Fleiß genügend
Handschr. genügend.

Vorakte



Zu Karl Döhmann:


D. hat sich stets gut betragen, zeigt aber ein etwas zerfahrenes Wesen. Er ist gut veranlagt, ließ aber oft eindringendes Studium vermissen. Seiner Schwäche in der lateinischen Grammatik stehen gute Leistungen im Deutschen gegenüber. Er ist "zweifellos reif".

Betr. gut
Fleiß genügend
Handschr. genügend




Lebenslauf Richard Huelsenbeck:


Matrikeleintrag Huelsenbeck

Burgsteinfurt 18. XII. 1910.

Lebenslauf.

Am 23. April 1892 wurde ich, Richard Hülsenbeck, als Sohn des Ingenieurs Dr. phil. Karl Hülsenbeck zu Frankenau im Kreise Kassel geboren. Meine ersten Eindrücke und meine Jugenderinnerungen verdanke ich der Stadt Bochum. Eine der dortigen Volksschulen nahm mich 1898 als Schüler auf, um mich nach Verlauf von 4 Jahren mit der Reife für die dritte Klasse entlassen zu können. Mein Vater schwankte, ob das Gymnasium oder die Oberrealschule für meinen weiteren Bildungsgang zu wählen sei, entschied sich aber doch schließlich für das Erstere. Heute, wo ich im Begriffe bin, die Schule zu verlassen, bin ich überzeugt, daß er gut daran tat. Die Klassen Sexta bis Obersekunda absolvierte ich dort regelmäßig und mit Erfolg. Da gaben plötzlich verschiedene Gründe den Anlaß dazu, daß ich die Anstalt verließ, um hier in Burgsteinfurt meine Studien fortzusetzen. Ein inneres Leiden hielt meinen Vater davon ab, sich mit dem Interesse, wie er es wohl wünschte, um mich zu kümmern. Ferner mochte ihn die ständige Unruhe im Hause und der Wunsch, meinen Charakter in der Fremde, unabhängig von der Aufsicht der Eltern, gestärkt zu sehen, zu jenem Wechsel veranlaßt haben.

Huelsenbeck Im Herbste des Jahres 1908 wurde ich Schüler des Gymnasiums Arnoldinum. Zu Ostern in die Prima versetzt, sehe ich mich nun nach nochmaligem zweijährigem Studium nahe vor mein Ziel gerückt. Nervöse Kopfschmerzen und häufige Herzaffektionen waren leider nicht selten meiner Arbeit hinderlich. Besondere Neigung habe ich stets für Litteratur gehabt. Die deutschen Unterrichtsstunden sind mir immer die liebsten gewesen. Nach bestandenem Examen gedenke ich, Jura zu studieren.

[Lebenslauf ohne Unterschrift]





Lebenslauf Karl Döhmann:


Matrikeleintrag Doehmann

Lebenslauf.

Eltern Doehmann Eltern Doehmann Ich wurde am 24. August 1892 zu Lemgo in Lippe als Sohn des Gymnasial- Oberlehrers Dr. Döhmann und seiner Frau Minna, geb. Lieske, geboren. In meinem dritten Lebensjahre zogen meine Eltern nach Burgsteinfurt, wo wir seitdem unsern Wohnsitz behalten haben. Hier erkrankte ich bald an einer gefährlichen Bauchfell= und Blinddarmentzündung, unter deren Rückfällen ich auch in der Folgezeit noch viel zu leiden hatte, und die endlich einen operativen Eingriff notwendig machte; dadurch war die Krankheit endgültig geheilt. Ich bin danach auch sonst kaum ernstlich krank gewesen.

Doehmann Von meinem sechsten Jahre an besuchte ich die hiesige Volksschule drei Jahre lang.

Doehmann als Sextaner Alsdann wurde ich in die Sexta des Arnoldinums aufgenommen, machte in meiner gesamten Entwicklung ziemliche Fortschritte und wurde regelmäßig versetzt.

Mein Interesse für die einzelnen Unterrichtsgegenstände hat im Laufe der Zeit mehrere Male gewechselt: in den unteren Klassen machte mir die beschreibende und in höherem Maße noch die systematische Naturkunde Vergnügen, an Stelle deren in den Mittelklassen die Physik trat; ich sammelte viel für mein Herbarium und experimentierte gern in der freien Zeit mit physikalischen Apparaten, die mir mein Vater zum Geschenke gemacht hatte. Auch die Mathematik habe ich immer unter meine Lieblingsfächer gerechnet.

In den klassischen Sprachen sind meine Leistungen in der Prima gegenüber früher heruntergegangen, was mir um so bedauerlicher ist, als ich die Lektüre des Homer und Sophokles mit warmer Anteilnahme, die des Platon stets mit regem Interesse betrieben habe. Einige antike Tragödien, die nicht zur Schullektüre gehörten, habe ich privatim in der Übersetzung gelesen, ebenso auch einige Schriften des Aristoteles.

Die besten Leistungen während meiner ganzen Schulzeit hatte ich im Deutschen zu verzeichnen; besonders gern bearbeitete ich problematische Aufsatzthemen. Beim Lesen fiel mir mein für sprachlichen Wohlklang sehr empfänglicher Sinn auf; oft hat mich sogar eine klangschöne Dichter= oder Prosaikerstelle eben durch diese Eigenschaft so stutzig und befangen gemacht, daß ich sie beim ersten Lesen ihrem wirklichem Inhalte nach nicht richtig zu würdigen imstande war, d.h. entweder zu viel oder zu wenig Sinn dahinter vermutete. Aphoristische Sätze, absichtlich kühne oder vorsichtige Redewendungen exzerpierte ich seit meiner Untersekundanerzeit aus allem, was ich las.

Vor nahezu zwei Jahren trat ich dem Litterarischen Vereine der Primaner bei.

Doehmann als Kapellist Von den schönen Künsten hat mich dauernd nur eine gefesselt: die Musik. Den größten Teil meiner freien Zeit habe ich ihr gewidmet. Ich musizierte selbst eifrig und machte mich auch allmählich mit dem Wichtigsten aus der Musiktheorie und =geschichte bekannt.

Erlebnisse von entscheidendem Einflusse auf mich wüßte ich nicht anzuführen.

Als Beruf habe ich mir den des Arztes ausersehen; welches Spezialfach ich nehmen werde, muß sich noch entscheiden.

Karl Döhmann.

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